Shit happens!
Wenn man einen Fehler macht, sollte man dazu stehen. Ich habe am Sonntag einen Fehler gemacht, der ein paar Menschen in unserem Bekanntenkreis ganz schön verschreckt haben dürfte, den Fehler, großkotzig die Riffpiraten aufzulösen. Das war falsch, egoistisch und einfach nur unnötig. Entschuldigung an alle, die ich vor den Kopf gestoßen habe.
Als Rainer letzten Dienstag sagte, er höre bei den Riffpiraten auf und auch der Vorschlag von einem klärenden Gespräch mit ihm nicht fruchtete, war am Sonntagvormittag bei mir "Land unter" hinsichtlich Riffpiraten. Jetzt wollte ich nicht mehr. Am Samstagmittag hatte ich mich nochmals ganz behutsam über Telegram bei Rainer gemeldet und nachgefragt: "Siehtst du nach den paar Tagen Abstand noch die Möglichkeit, dass wir zusammen weitermachen können?" Er hatte die Nachricht am späten Samstagnachmittag gelesen, jedoch eine Antwort blieb aus. Auch Uwe hatte sich auf mein Anliegen am Freitag nicht gemeldet: "Wir sollten da mal ernstahft darüber reden, denn je länger die Ungewissheit dauert, desto mehr nehm ich Abstand davon." Bis Sonntagmorgen herrschte Stille.
In meiner inneren Aufgewühltheit schrieb ich dann kurz vor Mitternacht am Samstag den abschließenden Blogeintrag, wollte nochmal darüber schlafen und dann am Sonntag die Auflösung bekanntgeben. Das tat ich dann gegen halb acht Uhr morgens und nur wenige Minuten später kam von Rainer eine Telegramnachricht. Er hätte versucht, daheim Drums zu spielen und legte nach fünf Minuten die Sticks weg. "Gebt mir noch ein bisschen Zeit." Da war der Post auf unsere Homepage schon drauf. Es wäre für mich ein einfaches gewesen, ihn gleich wieder herunterzunehmen, liest ja eh kein "Schwein", aber es kam mein zweiter Fehler an jenem Sonntagmorgen. Ich schrieb Rainer zurück, dass ich in einer halben Stunde die Auflösung der Riffpiraten auf Instagram bekannt geben werde und schloss mit dem Satz: "Habe keine Lust mehr mit dem Herumgezicke." What a mistake!
Gut, oder auch nicht gut. Nach dem Beitrag der Bandauflösung auf Instagram fühlte ich mich nicht einmal schlecht. Endlich herrschte Klarheit und was ich innerlich schon im Jahr 2024 fühlte, war vollzogen: Die Riffpiraten waren Geschichte.
Uwe und ich hatten am Sonntagnachmittag telefoniert und beschlossen, gemeinsam mein Musikprojekt "Flamekant" anzugehen. Eine Weiterführung der Riffpiraten stand nicht mehr im Raum.
Dann kam der späte Sonntagabend und ich schaute gegen 23 Uhr noch ein wenig Youtube Videos und der Algorithmus schlug mir, wie öfters, auch ein Riffpiraten-Video vor. Ich klickte es an und spürte wie vom Blitz getroffen, dass wir drei da was wirklich Tolles (aus unserer Sicht) geschaffen hatten. Bis kurz vor 24 Uhr schaute ich dann unsere Musikvideos an und mit jedem Video stieg die Unverständnis, warum es mit den Riffpiraten vorbei war.
Am Montag kam dann das Feedback aus meinem Bekanntenkreis, dass es schade sei, dass die Riffpiraten nicht mehr weiterspielen würden und ich merkte, wir lagen den Leuten durchaus am Herzen. Um die Riffpiratenstory komplett zu machen, fehlten noch die Videos von den beiden Gigs im Oktober 2024, beim RSC Oberhaid und in den Fässla Stubn Hallstadt. Die hatte ich seinerzeit aus Unlust und dem beschriebenen Frust links liegen lassen. Also kümmerte ich mich am Montagnachmittag darum und je länger ich daran arbeitete, desto mehr kam "Sehnsucht" nach den Riffpiraten auf. Dann war da auch noch der leere Platz im Proberaum, der kleine Sockel auf dem Rainers Schlagzeug stand und jedes mal, wenn ich in den Raum ging, etwas holte, durchzuckte es mich: da fehlt etwas.
Montagabend bekam ich dann eine Nachricht von Markus, einem Drummer, den ich am letzten Mittwoch über eine Onlineanzeige kontaktiert hatte und Links/Infos zu den Riffpiraten schickte. Er musste uns leider absagen, denn für "so etwas Großes" fehle ihm die Zeit. Hm, in mir brodelte die Überzeugung, dass wir drei "etwas Tolles" in den letzten Jahren gemacht haben, und jener Drummer sprach von "etwas Großem"? Also, reiß dich mal zusammen, spring über deinen Schatten, gestehe deinen Fehler ein, atme tief durch und bring das wieder auf die Reihe.
Am heutigen Dienstagvormittag habe ich mein Statement (nach Rücksprache mit Uwe) aufgenommen, es ginge mit den Riffpiraten weiter. Den Beitrag habe ich kurz nach Mittag auf Instagram hochgeladen. In dem Post rufe ich dazu auf, die Drummer in der Welt mögen sich melden (lol) und ich würde jedem, wirklich jedem der halbwegs trommeln kann, die Chace als Drummer bei den Riffpiraten geben.
Wo das hinführt weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich mich darauf einstellen muss, wieder alles alleine zu machen, zu organisieren, zu managen. Das ist dann so. Punkt. Dazu habe ich mich jetzt entschlossen und ich werde das durchziehen, ohne Frust, weil mir die Sache Riffiraten wichtiger ist, als die Band und die Kollegen nicht zu haben. Wie ich schrieb, ich hatte bei allem (Pseudo)Frust immer gern mit Rainer zusammengespielt und ich werde mit neuen Bandmitgliedern sicherlich auch den entsprechenden Spaß haben, sofern sich nicht gravierende Klüfte auftun.
Uwe und ich werden uns nicht unter Zeitdruck setzen. Es kommt, wie es kommt. Ich weiß auch mit Sicherheit, dass ich nie mehr, wirklich nie mehr, die Riffpiraten auflösen werden. Wenns irgendwann nicht mehr weitergehen sollte, dann verläuft es im Sande, ohne großes Getue oder Geheule. Die letzte Woche hat mir gezeigt, sich nicht so wichtig zu nehmen, es vernünftig angehen zu lassen.
In diesem Sinne, danke für des Lesers Interesse. Bleibt uns Restpiraten treu und haltet Ausschau danach, wie es bei uns weitergeht. Ach ja, den Blog werde ich wieder öfters bedienen und festhalten, wie die Entwicklung bei uns ist.
Gruß Bernd